Ewald
Blum präsentiert den Megastar
Insidern
war sie schon lange ein Begriff: Elfriede Grimmelwiedig, die schnoddrige
»Dame« mit dem starken Schnautzer und den grellen Kleidern,
die so herrlich von der Leber weg schimpfen kann. Seit Jahren ist Ewald
Blum, vielen bekannt als rühriger Mitarbeiter des Filmbüros Saarbrücken
und nicht zuletzt durch seine speziellen (Glüh-)Wein- und Cocktail-Creationen,
in dieser Inkarnation unterwegs. Nun hat er mit Hilfe des Regisseurs Charlie
Bick der ursprünglich eher im Karneval-Milieu beheimateten Dame ein
Lifting verpaßt und schickt sie als »Megastar« auf die
Bretter, die die Welt bedeuten; in einem knapp zweistündigen Programm
stellt die Weitgereiste sich und ihr Leben vor, die sie in ihrem neuen
Buch »Von der Gosse zu den Sternen« niedergeschrieben habe.
Und Charlie Bick hat es wirklich geschafft, Elfriedes Schnoddrigkeit und
Sprunghaftigkeit in ein schlüssiges Konzept zu verpacken; heraus kommt
ein Abend so richtig zum Ablachen, der trotzdem nie flach wird und bei
dem einem manchmal das Lachen sogar im Hals stecken bleiben kann.
Die
Buchvorstellung beginnt mit dem Einzug der Matadorin, wie bei einem Boxkampf
mit entsprechender Musik untermalt. Dann knallt sie sich in ihren Sessel
und legt los. Und wie diese Elfriede schimpfen kann! Kein Blatt wird da
vor den Mund genommen, wenn sie von ihrer Intimfeindin Frau Puhvogel erzählt
und davon, wie sie mit ihrem Otto Viagra ausprobiert hat – nun weiß
man endlich, woher sie den schönen Schnauzer hat. Diese Dame hat aber
nicht nur einen Bart, sondern auch Haare auf den Zähnen. Wenn sie
von ihrer frühen »Karriere« im Saarland berichtet, wird
manches ganz eigenwillig beleuchtet, und wenn sie es dann als Tänzerin
und Zauberin nach Paris verschlägt, bleibt kein Auge trocken – zumal
Ewald Blum dies alles so echt rüberbringt, bis hin zu den Tanzeinlagen
- unvergeßlich das »Duett« mit dem Gebiß –, dass
man manchmal vergessen könnte, dass der Bart echt ist.
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Kein
Kalauer ist zu flach, kein Witz zu alt – aber sie wirken. Und wenn Elfriede
dann vergeblich wartet auf den Anruf der Queen, ihrer »guten Freundin«,
wenn sie dringend ihre »Nervennahrung« braucht, den Eierlikör,
wenn sie berichtet, wie es sie aus Paris wieder ins Saarland verschlagen
hat, wo Oskar dann Stammgast war in dem »Etablissemang«, wo
sie als Klofrau tätig war – dann kommt manchmal sogar leichte Wehmut
auf über diese (Selbst-)Betrügerin.
Ihr Tanz als »Carmen«, bei dem sie restlos außer Puste kommt, lässt einen direkt Mitleid empfinden, wie auch die Schlußszene, bei der der Doll(!)-Verlag sie seinem Versprechen treu mit Eierlikör versorgt – aus dem Buch, das sich nun als ebenso unecht entpuppt wie die ganze Karrierestory der Hochstaplerin. Doch Blum bleibt dabei nicht stehen und verliert nie seinen Witz; auch beim Abschied behält er seinen Humor, und so bleibt bis zum Schluß kein Auge trocken.
Mit
diesem Programm ist Ewald Blum eine echte Bereicherung der regionalen Kabarett-/Comedy-Szene,
und ich kann allen nur empfehlen, sich diese Elfriede Grimmelwiedisch nicht
entgehen zu lassen!