Mittelalter und Geschichte

Hadas-Lebel, Mireille: Massada – Der Untergang des jüdischen Königreiches oder die andere Geschichte von Herodes; Wagenbach, 144 S.

Die aktuelle Situation Israels lässt sich nicht verstehen ohne Kenntnis nicht nur der Geschichte des jüdischen Volkes, sondern auch seiner Symbole und Mythen. Massada, die von Herodes ausgebaute Bergfestung, die erst Jahre nach dem Fall Jerusalems von den Römern erobert wurde und deren Verteidiger, die Sikarier, höchstwahrscheinlich kollektiven Selbstmord begingen, ist einer der bedeutendsten Mythen des Zionismus. Die Geschichte Massadas und seiner Wiederentdeckung und die modernen Erkenntnisse darüber schildert die Autorin, Professorin für Religionsgeschichte an der Sorbonne, höchst kenntnisreich und spannend; in diesem Büchlien wird außerdem vieles deutlich über die jüdische Religion und Gesellschaft des 1. Jahrhunderts. Warum allerdings Wagenbach statt des Untertitels des gerade erst (1995) in Paris erschienenen Buches (Histoire et symbole) einen so unpassenden deutschen Untertitel gewählt hat, ist sein Geheimnis. Ein so renommierter Verlag sollte sich zu schade sein, seinen wohl meist relativ intellektuellen Lesern mit Reizwörtern oder Namen von Königen, die nur am Rande eine Rolle spielen, beikommen zu wollen.

Heribert Illig: Das erfundene Mittelalter – Die größte Zeitfälschung der Geschichte – Düsseldorf 1996

Zunächst lässt einen die These stutzen, an Däniken oder UFOs denken: Illig behauptet seit Jahren, die Zeit von September 614 bis 911 sei erfunden worden, und zwar im 12. Jahrhundert. Er belegt diese These mit überzeugenden Beispielen aus Architektur (besonders den »karolingischen« Bauten) und Kunst, aber auch aus Astronomie oder der gregorianischen Kalenderreform. In diesem Buch, das herausgebracht zu haben dem Econ-Verlag wirklich Dank gebührt, legt er besonders einleuchtend dar, wie und warum Karl der Große erfunden wurde und warum sich so viele Dokumente, von denen bereits die meisten als Fälschungen entlarvt wurden, auf ihn berufen. Ich bin nicht sicher, ob Illig recht hat, aber ich bin sehr gespannt auf die nächsten, im gleichen Verlag angekündigten Bücher zum Thema und halte seine These zumindest für bedenkenswert und überzeugend. Dieses Buch kann ich uneingeschränkt empfehlen!
– Franz Krojer vom Institut für Informatik/Datenbanksysteme der Ludwig-Maximilians-Universität in München st hingegen ganz sicher, dass Illig unrecht hat, und belegt es in einem offenen Brief vom Herbst 1998 ziemlich überzeugend: http://www.dbs.informatik.uni-muenchen.de/~krojer/illig.html

Uriel Macias Kapón, Elena Romero Castelló: Die Juden in Europa – Geschichte und Vermächtnis aus 2 Jahrtausenden, geb., 27 x 32 cm, 240 S., 98,– DM

Die Juden in Europa ist ein Thema, das gerade in einem deutschen Buch eine vorsichtige Bahndlung erfordert. Einen sehr guten Überblick gibt ein großformatiges, reich bebildertes Werk aus der »Collection Rolf Heyne«. »2.000 Jahre Geschichte« werden auf den ersten 100 Seiten zwar komprimiert, aber übersichtlich und vor allem sehr ausgewogen behandelt, ehe »Riten und Bräuche«, »Kunst« und »Sprachen und Literatur« behandelt werden. Ein Werk zum Schmökern und sich Auseinandersetzen, aber auch zum Nachschlagen und Dazulernen, das durch die zahlreichen Bilder obendrein ein wunderschönes Buch ist. (Saarländisches Kultur-Journal 1/1995)

Anthony Kenny (Hrsg.): Illustrierte Geschichte der westlichen Philosophie (The Oxford Illustrated History of Western Philosophy); Campus-Verlag, geb., 448 S.

Eine Illustrierte Geschichte der Westlichen Philosophie herauszugeben ist ein schwieriges Unterfangen, wie Herausgeber Anthony Kenny im Vorwort zu seinem 1994 in Oxford erschienenen und jetzt in Deutsch verlegten Buch selbst zugibt. Die komplizierteMaterie lässt sich kaum illustrieren, also bleibt neben wenigen symbol- oder modellhaften Grafiken die Beschränkung auf Bilder der philsophierenden Menschen oder deren Werke. Ein Buch voller solcher Bilder herauszubringen, könnte sinnvoll sein. Doch leider gibt es in Kennys Buch zuwenig davon, um es deswegen in-teressant zu machen. Und der Text, den der Verlag als »in bester angelsächsischer Tradition, d. h. verständlich und lesbar für den Laien und ohne die philosophischen Ideen zu verflachen«, lobt? Essayistisch werden die angeblich wichtigsten Philosophen seit der Antike abgehandelt in einer Art, die dem, der sich auskennt, kaum etwas bringt; wer sich erhofft hat, Neues über bestimmte Philosophen oder deren Ideen zu erfahren, wird im Stich gelassen. Da wird mit Schlagworten und allgemeinen Wertungen um sich geworfen, es werden Werke erwähnt, als genüge der Titel, um den Inhalt zu verstehen, oft wird etwas einfach abgetan als für heute nicht mehr wichtig oder von der Geschichte widerlegt, wobei gerade die geschichtliche Darstellung oft genug nicht korrekt ist. Ärgerlich ist die Beschränkung auf bereits tote Philosophen, die zu seltsamen Verrenkungen führt und nicht mal konsequent durchgehalten wird; einige sind seit Erscheinen der englischen Ausgabe auch verstorben, Popper etwa dürfte inzwischen behandelt werden. Wichtige Leute, besonders natürliche moderne, fehlen, auch werden ganze Bereiche der Philosophie, besonders solche, die auch von naturwissenschaftlichen Gedanken geprägt sind, ausgeblendet. Ärgerlich ist auch das letzte Kapitel über politische Philosophie, die von verfremdenden Kurzdarstellungen nur so strotzt und die insgesamt konservative Richtung des Buches besonders deutlich macht. Es gibt Interessantes in diesem Buch, auch ein paar originelle Ideen, und einige Beweise werden hübsch erläutert. Doch insgesamt ist das mit 98 DM zu teure Buch nur Leuten empfehlenswert, die eine Ergänzung suchen, wegen der Bilder und einiger ganz hübscher Anekdoten, oder für für jene, die sich darüber informieren wollen, wie teilweise in Oxford heute noch Philosophie verstanden und betrieben wird. (Saarländisches Kultur-Journal 6/1995)

Margaret L. King: »Frauen in der Renaissance«

Uneingeschränkt empfehlenswert ist »Frauen in der Renaissance« der bekannten Autorin Margaret L. King; es steht damit in einer guten Tradition von allesamt hervorragenden Büchern über »Frauen in der Geschichte« im Beck-Verlag. Die Autorin rückt das Bild der Frau in der Renaissance zurecht, zeigt deren Unterdrückung ebenso wie ihre Stärken und Freiheiten. Ein Buch, das über das Interesse an der damaligen Zeit auch für die heutige von Bedeutung sein kann! (Beck, 364 S.). (Saarländisches Kultur-Journal 6/1994)

Bernhard Kytzler: »Frauen der Antike«

Die Beschäftigung mit bedeutenden Frauen scheitert oft schon einfach an Unkenntnis. Dem hilft, zumindest für den griechisch-römischen Raum der Antike, das Lexikon »Frauen der Antike« von Bernhard Kytzler ab. Es ist nicht nur ein sehr nützliches und empfehlenswertes Nachschlagewerk – auch dank einer ausführlichen Bibliographie –, sondern auch ein Buch einfach mal zum Lesen und Schmökern (Artemis-Winkler, 192 S.). (Saarländisches Kultur-Journal 6/1994)

Eva Labouvie: Verbotene Künste, Röhrig-Verlag, 404 S., DM 44,00

»Verbotene Künste« gab und gibt es immer und überall, nur was verboten ist, wird je nach Gegend und Zeit unterschiedlich definiert. Mit »Volksmagie und ländlichem Aberglauben in den Dorfgemeinden des Saarlandes vom 16. bis zum 19. Jahrhundert« beschäftigt sich Eva Labouvie, Wissenschaftlerin an der Universität des Saarlandes, in ihrem neuesten Buch, mit dem der St. Ingberter Röhrig-Verlag seiner Saarland-Bibliothek ein weiteres Glanzlicht aufgesetzt hat. Sehr wissenschaftlich (der Anmerkungsapparat umfaßt fast 80 Seiten) und doch keineswegs spröde, oft sogar sehr spannend zu lesen, schreibt die ausgewiesene Fachfrau nicht nur über Geschichte und Geschichten, sondern auch über die Grundlagen, Interessen, Funktionen, Gegner usw. rund um die »Welt der Magie«. Ein höchst interessantes Buch u. a. für alle, die sich mit Hexen, mit Magie, mit der Geschichte der Frauenverfolgung, aber auch der Wissenschaften, der Kirche oder einfach des Saarlandes beschäftigen. (Saarländisches Kultur-Journal 3/1993)

Ulrich Lehnart, Kleidung und Waffen der Früh- und Hochgotik, 1150-1320, gebunden, 8 Farbtafeln, zahlreiche Schwarzweiß-Zeichnungen, 116 Seiten, Karfunkel-Verlag, Wald-Michelbach, 1998
NEUAUFLAGEN: 2001, 2007

Es gibt seit vielen Jahren im deutschen Sprachraum eine lebhafte Mittelalterszene, in der sich neben Handwerkern, Gauklern und Musikanten auch viele Menschen der »erlebten Geschichte« verschreiben haben, der Darstellung von Leben, Kleidung, Rüstung, evtl. auch Kampfformen jener Zeit. Natürlich gibt es schon Probleme bei der Definition des Begriffes Mittelalter bzw. der Einteilung der Epochen, und natürlich gibt es auch die unterschiedlichsten Ansätze, mit diesem Thema umzugehen - das reicht von rein wirtschaftlichen Interessen über Rollenspiel bis zu dem Versuch, Zeit und Umstände möglichst authentisch darzustellen. Zu den Organisatione, die letzteres fördern und unterstützen, gehören VITA HISTORICA, der deutsche Dachverband für erlebbare Geschichte, und die Zeitschrift KARFUNKEL. In deren Verlag ist nun ein Buch über Kleidung, Rüstung und Waffen erschienen, das versucht, den Spagat zu schaffen zwischen wissenschaftlicher Darstellung und praxisorientierter Anleitung. Wissenschaftliche Werke gibt es einige, und auch für die Praxis liegt einiges an Material vor (siehe das Literaturverzeichnis von Conventus Tandaradey), doch dies ist meines Wissens der erste Versuch im deutschsprachigen Raum, dies zu verbinden. Und, dies sei vorweggeschickt: Dem Autor, ausgewiesener Fachmann sowohl im wissenschaftlichen Bereich (promovierter Historiker) als auch im sogenannten »Reenactment« (dem Bestreben, Mittelalterliches möglichst lebensnah wiederzugeben) und Mitbegründer des 1990 gegründeten Mittelaltervereins »Alt-Luxemburg«, ist sein Vorhaben im Großen und Ganzen gelungen.
Lehnart erläutert ausführlich die Probleme, die bei der Rekonstruktion der Waffen, Rüstungen und vor allem Kleidung auftauchen wie auch bei der Festlegung von Epochen und Stilen. Er erklärt regionale Unterschiede ebenso wie die zwischen Ständen und Traditionen und erläutert viele Fachbegriffe. Das Buch behandelt nicht nur Rüstungen und Waffen sowie Oberbekleidung aus der behandelten Epoche – alles mit Grafiken und teilweise Farbabbildungen –, sondern auch die oft vernachlässigte Unterkleidung, Schuhwerk, Accessoires, Knöpfe, Näh- und Webtechniken, Kleiderfarben und vieles mehr. Die Schnittmuster – keine im strengen Sinne, aber als solche zu verwenden – können beim Nachfertigen sehr hilfreich sein. Ein umfangreicher Anmerkungsapparat und ein ausführliches Literaturverzeichnis runden das Werk ab.
Leider hat das Buch einige Mängel: Wer einen Fachbegriff sucht, muss sich stets zumindest durch das entsprechende Kapitel arbeiten, da der Verlag unverständlicherweise auf ein Glossar verzichtet hat. Zumindest ein Register wäre ein Muß gewesen; es anzufertigen ist mit modernen Satztechniken eine Kleinigkeit. Vielleicht lässt sich dieser Mangel bei einer weiteren Auflage beheben. Und manches an vor allem sozialem Hintergrund, an für Nicht-Fachleute für das Verständnis oft sinnvollen Zusammenhängen wird zu kurz gestreift, oft gar nicht erwähnt. Schließlich ist das Buch für die 116 Seiten nicht gerade billig.
Dennoch ist das schöngemachte und sauber verarbeitete Buch allen, die sich mit Mittelalter beschäftigen, sei es als Mittelalter-Aktivisten, als darstellende Künstler, als Handwerker oder auch als Rollenspieler, wärmstens zu empfehlen.

Jutta Nowosadtko: Scharfrichter und Abdecker – Der Alltag zweier »unehrlicher Berufe« in der frühen Neuzeit; Ferdinand Schöningh-Verlag, geb., 412 S.

Jutta Nowosadtko stellt fundiert und ausführlich den Alltag der Scharfrichter und Abdecker dar; anhand dieser Berufe verdeutlicht sie die grundlegenden Konzepte der Gesellschaftsordnung der frühen Neuzeit, etwa das der Unehrlichkeit, und räumt mit vielen Vorurteilen auf. Das Buch ist nicht nur für Historiker empfehlenswert, sondern für alle, die am Verständnis dieser Zeit interessiert sind. Allerdings ist es nicht einfach zu lesen und manchmal etwas trocken. Der Anhang umfaßt 40 Seiten! (Saarländisches Kultur-Journal 5/1995)

Lynn Pickett, Clive Prince: Die Jesus-Fälschung – Leonardo da Vinci und das Turiner Grabtuch; Lübbe, geb., 272 S.

Die Jesus-Fälschung – einen vielversprechenden Titel hat der Verlag da für das Buch von Lynn Pickett und Clive Price gewählt, der mit dem sachlichen Original-Titel (Turin Shroud. In whose image?) wenig zu tun hat. Natürlich wurde nicht Jesus gefälscht, sondern das Turiner Grabtuch – doch dieses hervorragende Sachbuch wird selbst einem so haarigen Titel noch gerecht. Faszinierend, wie die beiden Autoren da die historischen Hintergründe und die Interessen von Adel und Klerus herausarbeiten, besonders aber, wie sie die Rolle von Leonardo da Vinci aufzeigen. Ihre These, dass das Universalgenie Leonardo dieses Tuch mit Hilfe einer frühen Form der Fotografie für kirchliche Auftraggeber gefälscht hat, ist zumindest so plausibel wie jede andere, zumal sie das Verfahren nachahmen konnten. Nicht ganz überzeugend scheinen mir ihre Thesen über kirchliche Geheimgesellschaften, doch dies tut der Faszination und Plausibilität des Buches keinen Abbruch. (Saarländisches Kultur-Journal 6/1995)

Peter Schuster: Das Frauenhaus – Städtische Bordelle in Deutschland 1350 bis 1600; Ferdinand Schöningh-Verlag, geb., 240 S.

Unterhaltsam ist Peter Schusters Buch über Das Frauenhaus, womit in der Zeit des ausgehenden Mittelalters und der frühen Neuzeit städtische Bordelle gemeint sind. Wie immer kann man an den Randlagen der Gesellschaft mehr lernen und verdeutlichen, als wenn man sich mit den gutsituierten Kreisen beschäftigt – wobei gerade diese in dem Buch natürlich auch eine wesentliche Rolle spielen. Das Buch ist nicht nur für Mittelalterfreaks oder Historiker interessant, sondern auch für alle, die sich mit Frauenfragen beschäftigen. (Saarländisches Kultur-Journal 5/1995)

Hans Talhoffer: Talhoffers Fechtbuch. Gerichtliche und andere Zweikämpfe darstellend. Nach dem Original von 1467 als kommentierter Reprint und mit einem Vowort von Gustav Hergsell von 1887 - 1998, VS-Books (Carl Schulze & Torsten Verhülsdonk GbR, Postfach 20 05 40, 44635 Herne), 288 S., 32,– DM

Er ist zumindest heute der bekannteste Kampftheoretiker des Mittelalters: Hans Talhoffer. Wie groß seine Bedeutung im 15. Jahrhundert war, ist schwer abzuschätzen; wie über sein Leben weiß man auch über seine Wirkung und Arbeit nur wenig. Wie bei vielen Überlieferungen aus dem Mittelalter – erinnert seien an Hildegard von Bingen oder Walther von der Vogelweide – kann nicht ausgeschlossen werden, dass die heutige Wirkung die ihrer zeit übertreffen mag, doch tut dies ihrer Bedeutung ja keinen Abbruch. Viele, die heute Schaukampf betreiben, richten sich nach Talhoffers Anweisungen, obwohl diese ja erst 1467 erschienen und es Kampfschulen und auch Schaukampf in Mitteleuropa spätestens seit dem 12. Jahrhundert gab. Das Lehrbuch von Talhoffer, von dem kleinen Verlag VS-Books sehr schön als Reprint aufgelegt und versehen mit dem ausführlichen und gut erklärenden Vorwort des ersten Nachdruckes von 1887, ist mit seinen 270 kommentierten Tafeln eine Fundgrube, für alle, die sich dem Kampfe mit Schwert und/oder Schild verschrieben haben und für alle, die dies ernsthaft betreiben wollen, eigentlich Pflichtlektüre.

Robin Whiteman: Die Welt des Bruder Cadfael – Heyne-Taschenbuch, 1996, 272 Seiten

Die Romane von Ellis Peters sind durch die Fernsehserie um Bruder Cadfael, den walisischen Mönch, der nach einer wechselvollen Karriere als Soldat und Seemann seinen Lebensabend im Kloster von Shrewabury verbringt, inzwischen einem breiten Publikum bekannt geworden. Die Mischung aus Detektiv- und Klostergeschichten, aus Sherlock Holmes und »Name der Rose«, aus Melodram und durchaus satirischer Geschichtsbetrachtung hat viele Fans gefunden.
Doch bereits vorher, seit Bruder Cadfael 1977 im ersten Roman von Ellis Peters (von inzwischen 20 – fast alle liegen bei Heyne vor) das Licht der Welt erblickte, hat er eine treue Schar von Anhängern um sich versammelt, die mit ihm gemeinsam das England und Wales des 12. Jahrhunderts erleben, erforschen und erleiden.
Für die alten wie die neuen Freunde des cleveren Paters hat Heyne mit der Übersetzung der 1991 erschienenen »Cadfael Companion« nun ein wahres Schatzkästlein herausgebracht. Im Hauptteil des Buches, einem Lexikon werden nicht nur die wichtigen Romanfiguren behandelt, sondern auch die historischen Personen und die wesenlichen Örtlichkeiten. zusammen mit der Chronologie der Romane und Erzählungen und Listen der Mönche von Shrewsbury und von Cadfaels Heilpflanzen machen das Buch zu enem unentbehrlichen Nachschlagewerk für alle, die sich ernsthaft mit den Romanen auseinandersetzen.
Das Buch bietet jedoch erheblich mehr: Umfangreiche Artikel zu den Hintergründen und historischenEreignissen sind ebenso lehrreich wie amüsant, und die umfangreichen Wort- und Sacherklärungen, die Listen der historischen Personen, die Stammbäume und die Anleitung zur Aussprache des Walisischen machen das Buch zu einer Fundgrube für jeden, der sich mit dem Hochmittelalter beschäftigt, z. B. mit den Minnesängern und Troubadouren oder mit Rittern. Auch in jener Zeit gab es intensive Beziehungen zwischen Britannien und dem Kontinent, und da empfielt es sich schon, einmal über den Tellerrand des Deutschen Reiches hinauszublicken – dafür sind 16,90 DM nicht zuviel!
Ich kann dieses Buch jedem, der am Mittelalter interessiert ist, selbst wenn er nicht zu den Cadfael-Fans gehört, nur wärmstens empfehlen!

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