3.
Oktober 1998, Festsaal der Waldorfschule Saarbrücken (Altenkessel)
6. Orientalische Gala von und mit Fatima Serin
In Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Saarbrücken veranstaltete
die weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus bekannte Tänzerin
und Tanzlehrerin Fatima
Serin (Foto links) 3. Oktober 1998, 20.00 Uhr
Auch im Saarland begeistert der orientalische Tanz immer mehr Menschen.
Einen großen Verdienst daran hat die Tänzerin und Tanzlehrerin
Fatima
Serin, die seit Jahren hier unterrichtet und sich durch ihre »Orientalischen
Galas« einen Namen weit über die Region hinaus gemacht hat.
Sie hat es geschafft, diese »Melodie der bewegten Bilder, verkörperte
Magie und Offenbarung der menschlichen Seele«, wie sie es gerne ausdrückt,
einem größeren Publikum nahezubringen.
In ihrer 6. »Orientalischen Gala« vermittelte Fatima Serin
die »Poesie des Körpers« in einem der schönsten Veranstaltungsräume
des Saarlandes, im Festsaal der Walldorfschule in Altenkessel. Leider war
der Saal nicht ganz gefüllt – der Termin an einem Feiertag trug dazu
ebenso bei wie das schlechte Wetter. Die zahlreichen Gäste jedoch,
die gekommen waren, erlebten einen wunderschönen Abend mit Tänzen
aus verschiedensten Kulturen und Stilen.
Havva und Bassiema aus Ulm, bekannt unter anderem als Autorinnen zahlreicher
Fachartikel und als Lehrerinnen, begeisterten im Duo wie auch solo
mit einem äußerst weit gespannten Spektrum. Das reichte von
eher müsanten Tänzen wie der »Zuckerpuppe von der Bauchtanztruppe«,
dem vielleicht bekanntesten Bauchtanzlied Deutschlands von Bill Ramsey,
über den usbekischen Tanz »Zardoz«, benannt nach den Goldstickereien
aus Buchara, bei dem die Tänzerinnen mit ihren Schellenarmbändern,
den »Zangi«, den komplexen Rhythmus akzentuierten, bis zum
persischen Duett »Frühlingsregen«, das eine romantische
Szene in einem Rosengarten in Isfahan zur Zeit der Safawiden-Dynastie darstellt,
und dem »Tanz der Zigeunerinnen«, in dem die zwei mit den Stilmitteln
des russischen Charaktertanzes temperamentvoll Lebenslust, Trauer, Freude
und Zusammenhalt der Frauen ausdrückten – einer der Höhepunkte
des Abends.
In dieser Zusammenstellung wird ein Charakteristikum der Show besonders
deutlich: Sie zeigte bestens die Multikulturalität des orientalischen
Tanzes, die über Zeiten, Kulturen und Religionen hinwegreicht.
Auch in ihren Solotänzen schlugen Havva und Bassiema einen weiten
Bogen: Havva verband in ihrem »Modernen orientalischen Tanz«
verschiedene Tanzstile, moderne und klassische Elemente wie auch östliche
und westliche Traditionen. In Bassiemas mitreißendem »Passion
and Power« dienten moderne wie auch afrikanische und orientalische
Tanzbewegungen dazu, die Anmut, Leidenschaft, Kraft und Macht des Weiblichen
zu zeigen.
Aladin el Kholy, Profitänzer mit Ausbildung in ägyptischem
Folkloretanz und klassischem Ballett und 1983 als bester Tänzer aller
ägyptischen Universitäten ausgezeichnet, begeisterte nicht nur
das Publikum, sondern bereicherte mit seinen beiden Tänzen auch den
multikulturellen Aspekt des Abends. Sein ägyptischer Stocktanz war
ein Paradebeispiel für diesen Männertanz, den es ja in in vielen
Kulturen seit Jahrtausenden gibt und der stets männliche Kraft und
Geschicklichkeit symbolisiert im Abbild des Kampfes. Im Derwischtanz »Tanura«
tanzte Aladin das Publikum förmlich schwindlig mit seinen sich immer
wiederholenden Drehbewegung um die eigene Achse voll akrobatischer Geschicklichkeit.
Auch gelang es ihm, dem Publikum die diesem Tanz eigene meditative Komponente
ebenso zu vermitteln wie den Aspekt der Verbindung von himmel und Erde.
Fatima selbst, die Veranstalterin, wußte wie immer ihr Publikum
zu begeistern und ihre Vielfältigkeit unter Beweis zu stellen: Mit
einem »Pharaonischen Tanz« in wunderschönem Kostüm
rief sie legendäre Zeiten wach, mit dem Balady »Wa Haschtiene«
(»Ich habe dich vermißt«) zeigte sie sich ganz von ihrer
erotischen Seite, und mit ihrem klassisch-orientalischen Tanz, abgeschlossen
mit einem Trommelsolo und meisterlich begleitet vom Trommler Mehmet Badan,
riß sie das Publikum zu Begeisterungsstürmen mit.
»Fatimas Tanz-Ensemble«, seit 4 Jahren von Fatima Serin
geleitet, zeigte in einer klassisch-orientalischen »Sendrella«
inklusive Stocktanz, einem im 9/8-Takt stehenden komplexen Tanz aus dem
Zigeunerviertel Sululukule in Istanbul und einem Schleiertanz wunderschöne
Choreographien und synchrone Tanzkunst.
Ebenfalls seit 4 Jahren besteht Fatimas Kindertanzgruppe »Perlen
des Orients«, die mit freiem Tanz zu arabischer Popmusik das Publikum
bestens unterhielt.
Noch stärker als bei ihren vorhergehenden fünf orientalischen
Galas hat es Fatima auch in diesem Jahr geschafft, Unterhaltung und gelebte
Multikulturalität zu verbinden, Menschen unterschiedlicher Kulturkreise
auf der Bühne und im Publikum zusammenszubringen – und dies auf höchst
unterhaltsame Weise.
Wer sich daran erinnern oder davon überzeugen möchte, sei auf
»Fatimas Show-Video Vol. I« verwiesen, in dem die interessantesten
Tänze von Fatima Serin und ihren Tanzensembles aus den letzten drei
Jahren enthalten sind. Info und Bestellung: Fatima Serin, Unterer Hagen
23, 66117 Saarbrücken, Telefon/Fax 0681 5 89 60 39, http://www.fatimaserin.de.