Rodin wechselte das Fach. Seichte Nummern sang er für BASF, kam in die saarländische Hitparade, sang auf Galas und war immer wohlfrisiert mit Samtsakko. Aber Rodin wollte mehr. Er wollte nicht herumgereichter Partylöwe sein, sondern seine Musik machen. Nicht mehr mit Peter Rubin verwechselt werden... Kommentar Rodin: »Ich habs überlebt.«
Er zog mit der Gitarre übers Land, sang Folk-Standards und nahm seine erste eigene Platte in Angriff, zusammen mit Michael Marx (studierter klassischer Sänger und Gitarrist von Marx Rootschilt und Tillerman): »Ein Stuhl bleibt leer« erschien 1982. Doch zuviel Aufnahmetechnik machte es ihm schwer, seinen eigenen Sound zu finden. Die Songs, meist von Rodin geschrieben, auf »Saarbrücker Hochdeutsch«, wie er sagt, umfassen Liebeslieder und politische Balladen, geprägt durch gute Gitarrensoli.
Rainer Rodin ist heute für die saarländische Folk- und Lied-Landschaft ein beliebter, geliebter und wirkungsvoller Sänger. Bis 1987 tourte er durch ganz Deutschland, war bejubelter Gast in Musikkneipen, in Jugendzentren und Diskotheken, spielte bei Folk-Festivals und Stadtfesten und hatte seine ersten Auftritte in Dänemark, der Schweiz und in Österreich. Rodin wechselt demnächst von Radio Salü zu RTL nach Stuttgart, wird aber sicher trotzdem öfter im Saarland zu sehen sein.