SKJ 3/1995: Olà Südamerika! – 
1 Jahr erfolgreiche Arbeit im
Umwelt- und Kulturhaus Südamerika

Das »Umwelt- und Kulturhaus Südamerika e. V.« in Saarbrücken feierte im April sein einjähriges Bestehen. Aus diesem Grund wird es am Montag, 29. Mai, eine Feier geben, in deren Rahmen auch die Mitgliederversammlung des Vereins abgehalten wird; alle Interessierten sind willkommen.

Grund zum Feiern hat vor allem Rosita Vieira Romero, auf deren Initiative hin dieses außergewöhnliche Projekt vor einem Jahr verwirklicht wurde. Rosita, die im Saarland als temperamentvolle Tänzerin des Duos »Salsa Picante de Venezuela« bekannt ist, hat mit Enthusiasmus und Engagement ein umfassendes Programm auf die Beine gestellt, um den Deutschen die südamerikanische Kultur näherzubringen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Verständigung zwischen den Völkern, die durch die Förderung kultureller Aktivitäten und die Bewußtseinsschulung für die Umweltprobleme des südamerikanischen Kontinents vermittelt werden soll; vor allem der Naturschutz ist nicht zuletzt durch den Raubbau der europäischen Industrieländer am tropischen Regenwald in den Vordergrund gerückt. Zur besseren Vermittlung des Umweltgedankens setzt die Kontaktpflege schon bei Kindern und Jugendlichen an, die über ein ausgeprägtes ökologisches Bewußtsein verfügen.

Besonders für die 3– bis 13-jährigen gibt es altersgemäße Kurse in Sprachen und südamerikanischen Tänzen, in denen, natürlich neben Spiel und Spaß, Probleme zum Thema Umwelt und auch der Umgang mit Vorurteilen gegenüber Ausländern behandelt werden. Vor diesem Hintergrund erfreut sich ein Tanzkurs für Kinder, der zweimal wöchentlich in der Saarbrücker »Gießkanne« stattfindet, großer Beliebtheit. Durch die durchweg niedrigen Preise will Rosita erreichen, daß vor allem sozial benachteiligte Kinder daran teilnehmen können. Aber auch für Erwachsene hält das »Kulturhaus« ein attraktives Angebot bereit: Sprachkurse in Spanisch und Portugiesisch, Tanzkurse (u.a. Salsa, Lambada, Calypso, Merenque) sowie verlockende Kochkurse, wobei die Spezialitäten der verschiedenen südamerikanischen Regionen vorgestellt werden. Daneben wird die soziale Problematik verdeutlicht, sei es nun in Form von Vorträgen, speziellen Veranstaltungen oder einfach auf Anfrage. Wer an Kontakten zu Selbsthilfeprojekten in Südamerika interessiert ist, kann sich auf kompetente Beratung durch den Verein verlassen.

Rosita Vieira Romero, die ein Studium als Diplom-Ozeanographin abgeschlossen hat, hat mit diesem Projekt ihre Vielseitigkeit und ihr ausgeprägtes Bewußtsein unter Beweis gestellt. Neben ihrer Arbeit für das »Kulturhaus« unterrichtet sie bereits seit 1991 Spanisch und Portugiesisch an der Universität des Saarlandes und an verschiedenen anderen Saarbrücker Institutionen. Im Rahmen der »Kulturwerkstatt« besteht darüber hinaus eine intensive Zusammenarbeit mit der Stadt Saarbrücken.

Das »Umwelt und Kulturhaus Südamerika« liefert mit seinem durchdachten Angebot einen beachtlichen Beitrag zur interkulturellen Verständigung und damit zum Abbau von Vorurteilen gegenüber unbekanntem Brauchtum und fremden Lebensweisen. Die Kurse stehen allen Interessierten offen.

Info: Rosita Vieira Romero, Postfach 10 25 10, 66025 Saarbrücken, Tel. 0681 75 11 57


SKJ 2/1994: Wir stellen vor: 
den neuen Verein Umwelt- und Kulturhaus Südamerika

Rosita Viera Romero, inzwischen gut bekannt als Tänzerin der Folkloretanzformation »Salsa Picante«, stammt aus Venezuela. Die diplomierte Meereskundlerin macht sich Gedanken, wie der unheilvolle Zusammenhang von weltlichem Konsum mit gravierenden Umweltschäden in außereuropäischen Ländern aufgezeigt werden kann.

Rosita hatte eine Idee. Da sie in Deutschland, in Saarbrücken, lebt, gründete sie mit einigen im Naturschutzbereich engagierten Bekannten einen Verein, genauer gesagt das »Umwelt- und Kulturhaus Südamerika«. Die Schwerpunkte der Arbeit sind im Namen vorgegeben: Umwelt und Kultur. Die Gründungsmitglieder des Vereins kommen aus verschiedenen Ländern und Berufen. Neben einer saarländischen Biogeographin und einem pfälzischen Kaufmann gibt es da eine brasilianische Psychologin und einen Geographen aus dem arabischen Kulturkreis.

Unter anderem verpflichten sie sich dem »Schutz und der Pflege der Natur unter besonderer Berücksichtigung des südamerikanischen Tropenwaldes«. Dazu gehören nicht nur Tier- und Pflanzenschutz, sondern auch eine Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen in der Tropenforschung. Außerdem will der Verein in die Schulen gehen, um dort die Kinder zu informieren. Rosita ist überzeugt, daß man Umweltschutz genauso lernen kann wie Chemie und Physik. Aluminium z. B. spielt in Venezuela in der Alu-Industrie eine große Rolle, jedoch es entstehen giftige Stäube und fluorhaltige Klärschlamme, die das Erdreich vergiften. So könnte man doch eigentlich Teelichte auch mehrfach benutzen, indem man die Alu-Töpfe einfach neu füllt...

Phantasie und Einfallsreichtum sind gefragt. Auch in Sachen Kultur hat Rosita eine Menge Ideen. Zusammen mit der VHS des Stadtverbandes Saarbrücken, dem Kulturamt und dem Umweltamt der Stadt werden Kurse eingerichtet: Spanisch- und Portugiesisch-Kurse für Deutsche, Deutschunterricht für Ausländer. Bei Kochkursen kann man Ausflüge in fremdartige Küchen unternehmen, Kinder können Theaterspielen lernen.

Das »Umwelt- und Kulturhaus Saarbrücken« hat sich am Freitag, 11. Februar, mit einem Infostand auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken vorgestellt.