Das »Umwelt- und Kulturhaus Südamerika e. V.« in Saarbrücken
feierte im April sein einjähriges Bestehen. Aus diesem Grund wird
es am Montag, 29. Mai, eine Feier geben, in deren Rahmen auch die Mitgliederversammlung
des Vereins abgehalten wird; alle Interessierten sind willkommen.
Grund zum Feiern hat vor allem Rosita Vieira Romero, auf deren Initiative
hin dieses außergewöhnliche Projekt vor einem Jahr verwirklicht
wurde. Rosita, die im Saarland als temperamentvolle Tänzerin des Duos
»Salsa Picante de Venezuela« bekannt ist, hat mit Enthusiasmus
und Engagement ein umfassendes Programm auf die Beine gestellt, um den
Deutschen die südamerikanische Kultur näherzubringen. Dabei liegt
der Schwerpunkt auf der Verständigung zwischen den Völkern, die
durch die Förderung kultureller Aktivitäten und die Bewußtseinsschulung
für die Umweltprobleme des südamerikanischen Kontinents vermittelt
werden soll; vor allem der Naturschutz ist nicht zuletzt durch den Raubbau
der europäischen Industrieländer am tropischen Regenwald in den
Vordergrund gerückt. Zur besseren Vermittlung des Umweltgedankens
setzt die Kontaktpflege schon bei Kindern und Jugendlichen an, die über
ein ausgeprägtes ökologisches Bewußtsein verfügen.
Besonders für die 3– bis 13-jährigen gibt es altersgemäße
Kurse in Sprachen und südamerikanischen Tänzen, in denen, natürlich
neben Spiel und Spaß, Probleme zum Thema Umwelt und auch der Umgang
mit Vorurteilen gegenüber Ausländern behandelt werden. Vor diesem
Hintergrund erfreut sich ein Tanzkurs für Kinder, der zweimal wöchentlich
in der Saarbrücker »Gießkanne« stattfindet, großer
Beliebtheit. Durch die durchweg niedrigen Preise will Rosita erreichen,
daß vor allem sozial benachteiligte Kinder daran teilnehmen können.
Aber auch für Erwachsene hält das »Kulturhaus« ein
attraktives Angebot bereit: Sprachkurse in Spanisch und Portugiesisch,
Tanzkurse (u.a. Salsa, Lambada, Calypso, Merenque) sowie verlockende Kochkurse,
wobei die Spezialitäten der verschiedenen südamerikanischen Regionen
vorgestellt werden. Daneben wird die soziale Problematik verdeutlicht,
sei es nun in Form von Vorträgen, speziellen Veranstaltungen oder
einfach auf Anfrage. Wer an Kontakten zu Selbsthilfeprojekten in Südamerika
interessiert ist, kann sich auf kompetente Beratung durch den Verein verlassen.
Rosita Vieira Romero, die ein Studium als Diplom-Ozeanographin abgeschlossen
hat, hat mit diesem Projekt ihre Vielseitigkeit und ihr ausgeprägtes
Bewußtsein unter Beweis gestellt. Neben ihrer Arbeit für das
»Kulturhaus« unterrichtet sie bereits seit 1991 Spanisch und
Portugiesisch an der Universität des Saarlandes und an verschiedenen
anderen Saarbrücker Institutionen. Im Rahmen der »Kulturwerkstatt«
besteht darüber hinaus eine intensive Zusammenarbeit mit der Stadt
Saarbrücken.
Das »Umwelt und Kulturhaus Südamerika« liefert mit seinem
durchdachten Angebot einen beachtlichen Beitrag zur interkulturellen Verständigung
und damit zum Abbau von Vorurteilen gegenüber unbekanntem Brauchtum
und fremden Lebensweisen. Die Kurse stehen allen Interessierten offen.
Info: Rosita Vieira Romero, Postfach 10 25 10, 66025 Saarbrücken,
Tel. 0681 75 11 57
SKJ 2/1994: Wir stellen vor:
den neuen Verein Umwelt- und Kulturhaus Südamerika
Rosita Viera Romero, inzwischen gut bekannt als Tänzerin der Folkloretanzformation
»Salsa Picante«, stammt aus Venezuela. Die diplomierte Meereskundlerin
macht sich Gedanken, wie der unheilvolle Zusammenhang von weltlichem Konsum
mit gravierenden Umweltschäden in außereuropäischen Ländern
aufgezeigt werden kann.
Rosita hatte eine Idee. Da sie in Deutschland, in Saarbrücken, lebt,
gründete sie mit einigen im Naturschutzbereich engagierten Bekannten
einen Verein, genauer gesagt das »Umwelt- und Kulturhaus Südamerika«.
Die Schwerpunkte der Arbeit sind im Namen vorgegeben: Umwelt und Kultur.
Die Gründungsmitglieder des Vereins kommen aus verschiedenen Ländern
und Berufen. Neben einer saarländischen Biogeographin und einem pfälzischen
Kaufmann gibt es da eine brasilianische Psychologin und einen Geographen
aus dem arabischen Kulturkreis.
Unter anderem verpflichten sie sich dem »Schutz und der Pflege der
Natur unter besonderer Berücksichtigung des südamerikanischen
Tropenwaldes«. Dazu gehören nicht nur Tier- und Pflanzenschutz,
sondern auch eine Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen in
der Tropenforschung. Außerdem will der Verein in die Schulen gehen,
um dort die Kinder zu informieren. Rosita ist überzeugt, daß
man Umweltschutz genauso lernen kann wie Chemie und Physik. Aluminium z.
B. spielt in Venezuela in der Alu-Industrie eine große Rolle, jedoch
es entstehen giftige Stäube und fluorhaltige Klärschlamme, die
das Erdreich vergiften. So könnte man doch eigentlich Teelichte auch
mehrfach benutzen, indem man die Alu-Töpfe einfach neu füllt...
Phantasie und Einfallsreichtum sind gefragt. Auch in Sachen Kultur hat
Rosita eine Menge Ideen. Zusammen mit der VHS des Stadtverbandes Saarbrücken,
dem Kulturamt und dem Umweltamt der Stadt werden Kurse eingerichtet: Spanisch-
und Portugiesisch-Kurse für Deutsche, Deutschunterricht für Ausländer.
Bei Kochkursen kann man Ausflüge in fremdartige Küchen unternehmen,
Kinder können Theaterspielen lernen.
Das »Umwelt- und Kulturhaus Saarbrücken« hat sich am Freitag,
11. Februar, mit einem Infostand auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken
vorgestellt.