SKJ 3/1992: Wir stellen vor: Bigband »Urknall«

Die Geschichte von »Urknall« begann 1982, als Musiklehrer Ernst Urmetzer am St. Wendeler Cusanus-Gymnasium 15 musikbegeisterte Schüler um sich scharte und mit ihnen im schulischen Rahmen die gute alte Bigband-Tradition wieder aufleben ließ. Drei Jahre dauerte es, bis die Band die Abiturfeier-Untermalung hinter sich hatte. Es folgten zahllose Auftritte im gesamten Saarland. In diesem außerordentlich kreativen Klima konnten sich die talentierten Nachwuchsmusiker zu einer ernstzunehmenden Bigband entwickeln, die inzwischen über die Landesgrenzen hinweg einen guten Ruf genießt und am 6. November 1992 im Saalbau zu St. Wendel ihr zehnjähriges Bestehen feiern konnte mit einem Querschnitt durch ihr Repertoire: älterer Swing, Blues, Bebop, Balladen, Jazz-Rock und viel Latin.

Das Ganze begann als schulinterner Workshop. Lehrer Urmetzer wollte zur traditionellen Chorarbeit ein Instrumentalensemble gründen. Da es im ländlichen Einzugsgebiet von St. Wendel viele Bläser, aber wenig Streicher gab, formierte sich zunächst ein Blechbläseremsemble, das für schulinterne Pausenständchen sorgte und ausschließlich Renaissance-Literatur erarbeitete. Bald meldeten sich weitere Interessenten, insbesondere mit Holzblas- und Rhythmusinstrumenten, und die Idee einer Bigband tauchte auf. Urmetzer ging jetzt erst einmal selber »zur Schule«, besuchte Kurse und beobachtete regelmäßig die Proben anderer Bigbands. Mit 15 begeisterten Schülern studierte er die ersten Blues- und Swingtitel ein.

Die Idee hatte offenbar gezündet: Das Interesse und die Begeisterung waren riesig; es war der Beginn einer kontinuierlichen Aufbauarbeit. Auch ein Name war bald gefunden: Der des Gründervaters Ur-Metzer mit seinem Knall-Effekten wurde kurzerhand zu »Urknall« umgemodelt. Man gründete den »Jazz-Förderkreis«, und ein reichhaltiges Repertoire wurde erschlossen. Urmetzer sorgte vor: Neben der stetigen Professionalisierung von »Urknall« betrieb er auch immer gründliche Nachwuchsarbeit auf mehreren Ebenen – im allgemeinen Musikunterricht, durch Pausen- und Abendkonzerte in seiner Schule, durch die Institutionalisierung von Nachwuchsformationen. Er ging an die Öffentlichkeit, fand Geldgeber und potentielle Quellen, und inzwischen verfügt die Band über eine hochwertige technische Ausstattung, Computertechnik eingeschlossen. So wurde aus einem zunächst schulinternen Projekt eine landesweit anerkannte pädagogische Dauereinrichtung mit Auftritten bei Schul- und Stadtfesten, Teilnahme bei den Landes- und Bundesbegegnungen »Schulen musizieren«, Austauschkonzerten mit anderen Bigbands, etwa aus Hamburg oder Bremen, Gastkonzerten in anderen Schulen, Auftritten bei offiziellen Anlässen (Eröffnung des »Saarländ. Sommers«) und Studioauftritten beim SR. Jüngster Lohn für diese Arbeit: der Förderpreis Musik des Sparkassen- und Giroverbandes im Sommer 1992!