»Graf Dracula« sucht Adoptivsohn
Aus der im Herbst 2000 angekündigten Flucht
aus Deutschland aus Furcht vor Neonazis ist nichts geworden, nun sorgt
Ottomar Rodolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco
alias Ottomar Berbig (62), adoptierter Nachkomme von Vlad
Tepes, mit mannigfaltigen Aktivitäten für Schlagzeilen und
weil er angeblich nach einem Adoptivsohn sucht.
Der gelernte Bäcker Ottomar Berbig wurde 1990 von der
damals 96 Jahre alten Katarina Olympia Prinzessin Kretzulesco Caradja adoptiert,
einem Mitglied aus der Familie von Vlad Tepes.
Die kinderlose alte Dame lernte ihn in dem Antiquitätengeschäft
kennen, das er damals führte.
1995 kaufte der noch relativ neugebackene Graf in Schenkendorf
im Kreis Dahme-Spreewald, 30 Kilometer südlich von Berlin, ein
46 Zimmer umfassendes Schloss, das der Wirtschaftsdezernent des Landkreises
inzwischen für einen wertvollen Wirtschaftsfaktorhält.
In Schloss Dracula veranstaltet der Graf regelmäßig
Feste, Partys und Konzerte aus, darunter seine beliebten Blutsaugerpartys,
bei denen bis zu 600 Gästen das Blut abgezapft wird (vom Roten Kreuz)
und zur Walpurgis-Nacht am 30. April die Wahl der schönsten Hexe.
Aber auch mit anderen Aktivitäten macht »Graf
Dracula«, inzwischen auch CDU-Abgeordneter im Gemeinderat, von sich
reden, so im Jahre 2000 mit der bereits erwähnten abgekündigten
Flucht aus Deutschland wegen der rechten Gefahr
(aus der nichts wurde) oder der kürzlich erfolgten Ausrufung eines
unabhängigen »Fürstentums Dracula«, um den Anschluss
von Schenkendorf an die Großgemeinde Mittenwalde zu verhindern versucht.
Dass er damit Erfolg hat, darf bezweifelt werden.
Das Hauptproblem des Grafen ist derzeit jedoch, dass die
Familie mit ihm auszusterben droht, da er und seine Frau keine Nachkommen
haben. In einem Interview mit dem englischen Radiosender BBC erklärte
er kürzlich, er denke daran, einen englischen Lord oder eine Lady
zu adoptieren. Vielleicht wäre das ja ein Ausweg für Prinz Charles,
um dem ewigen Kronprinzendasein zu entrinnen?