Mit dem »Tanz der Vampire« hat Starregisseur Roman Polanski 1967 einen Kultfilm geschaffen, der als die ultimate Parodie des Genres gilt. 30 Jahre später, 1997, im »Jahr der Vampire« hat Polanski aus diesem Film in Wien ein Musical gemacht, das inzwischen fast ähnlichen Kultstatus erreicht hat wie der Film (siehe AUSFÜHRLICHE KRITIK der WIENER AUFFÜHRUNG, unverändert).
Von Dezember 2003 bis 22. Januar 2005 war das Musical in Hamburg zu sehen. Leider hatte es gegenüber der Stuttgarter Aufführung stark an Qualität eingebüßt. Die Stuttgarter Aufführung blieb die beste, die das Musical erlebte, bis schließlich die ihr ebenbürtige Berliner Inszenierung das Stück wieder zu neuen Höhen führte.
Zur Hamburger Aufführung: Zunächst war das Stück gekürzt; es dauerte genau 3 Stunden. Dagegen wäre nichts zu sagen, wenn es an Drive und an Schlüssigkeit gewonnen hätte. Doch davon war nichts zu merken, im Gegenteil. Es wurden ganze Strophen aus einigen Liedern gestrichen, worunter manchmal auch das Verständnis leidet. Insgesamt wurde dennoch behäbiger gespielt als in Stuttgart.
Richtig schlecht war die Sangesleistung. Ich war in der Aufführung vom 11. Januar 2004, das Stück lief also schon über einen Monat, so dass man davon ausgehen konnte, alle Kinderkrankheiten seien ausgemerzt. Dass es dennoch zu vielen Intonationsschwächen kam, sowohl bei den SolistInnen wie beim Chor, musste also an der Qualität der Bestzung liegen. Enttäuschend besonders Felix Martin, die Zweitbesetzung des Grafen; in der ersten Hälfte hatte er öfter Probleme, den richtigen Ton zu treffen, und war auch nicht immer gut zu verstehen.
Auch die szenische Darstellung ließ im Vergleich zur Stuttgarter Aufführung zu wünschen übrig. Es wurde mehr auf Slapstick gesetzt, das darstellerische Niveau leidete darunter etwas. Koukul etwa bewegte sich nicht im geringsten krüppelhaft, das passte nicht. Und überhaupt ging vieles zu schnell. Die Szene, in der der Graf Sarah beißt, wirkte wie dahingehuscht, weder Romantik noch Spannung kamen auf. Ich frage mich, was Polanski geritten hat, dass er die Inszenierung so veränderte.
Insgesamt war dies immer noch ein gutes Musical, aber nicht mehr auf dem Niveau, das es zuvor erreicht hatte.
Eine ausführliche Darstellung der Story und der einzelnen Szenen findet sich in meiner umfangreichen KRITIK der WIENER AUFFÜHRUNG.
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(unverändert, mit Fotos) |
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